Paris › Louvre

Diskuswerfer Bild: Manner of the Antiphon Painter

Diskuswerfer

Ein junger Mann, nackt und im Profil, schreitet durch das Innere dieser flachen Schale. Eine flache Scheibe drückt er an seine Hüfte, die offene linke Hand streckt er vor sich aus.

Achte auf die kleinen Details. Die feinen eingeritzten Linien, die Brust, Bauch und Beine nachzeichnen, sind direkt in die Oberfläche gezogen. Auf seinem Kopf sitzt eine eng anliegende dunkle Kappe, die von einem schmalen Band gehalten wird. Unten links verläuft unter seinen Füßen eine schlanke Stange oder ein bogenähnliches Gebilde, daneben ein geschwungener, aufrechter Strich. Ein Mäanderband rahmt das ganze Bild; einige schwarze Punkte unterbrechen seinen Rhythmus oben links und unten rechts. In der Nähe seines Kopfes sind ein paar winzige Zeichen zu sehen, vielleicht Buchstaben, doch sie sind zu blass, um sie zu entziffern.

Das Material verrät deutlich, wie diese Schale hergestellt wurde, aber nicht die ganze Geschichte ihres Schöpfers oder ihrer ersten Besitzer. Es handelt sich um ein rotfiguriges Werk aus der Zeit um 489 v. Chr., das in der Kategorie Kunsthandwerk zu den Gegenständen zählt, die zum Gebrauch und zur Zurschaustellung bestimmt waren. Die Haltung der Figur, bei der das Gewicht von den Beinen getragen wird und der Arm nach vorn reicht, zeigt, wie präzise der Maler den menschlichen Körper mit feinen Linien und dem Kontrast zwischen Ton und Tonschlicker wiedergab.

Das Besondere an dieser Schale: Der Mann hat die Farbe des Tons selbst und ist unbemalt geblieben, während alles um ihn herum mit glänzendem Schwarz überzogen ist. Die feinen Linien, die Brust, Bauch und Beine nachzeichnen, sind in die Oberfläche eingeritzt; mit verdünnter Glasur hob der Maler den Körper hervor. Was du also wirklich siehst, ist der rohe Ton, durch Linien geformt, während sich der dunkle Grund wie ein Schatten um ihn legt.

In den Materialangaben heißt es, dass die Figur in dem orangebraunen Farbton des Tons vor einem glänzend schwarzen Hintergrund dargestellt ist, sodass der Körper als unbemalter Ton hervortritt. Die Quelle nennt keinen Grund für diese Entscheidung.

Bei den Zeichen könnte es sich um Buchstaben handeln, doch sie sind zu blass, um sie zu entziffern. Ihre Bedeutung lässt sich anhand des verfügbaren Materials daher nicht bestimmen.

Das Material beschreibt sie lediglich als schlanke Stange oder bogenähnliche Form und als geschwungenen senkrechten Strich, ohne zu benennen, was sie darstellen.

Im Museum vor einem Werk: einfach fotografieren und seine Geschichte hören.

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