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Landschaft mit einem Reisenden

Landschaft mit einem Reisenden

Links erheben sich zwei hohe, kannelierte Säulen; ihre geschnitzten Kapitelle heben sich kaum vom Himmel ab, und ein Sockel darunter ist mit winzigen Figuren im Flachrelief verziert. Vorn liegt ein stiller Teich, in dem sich ein Stück blauer Himmel spiegelt, überspannt von einer niedrigen steinernen Bogenbrücke. Daran erkennt man, um was für ein Bild es sich handelt: eine aus Ruinen gestaltete Landschaft, in der die Architektur nur noch halb steht und sich das Gras breitgemacht hat.

Im Museumskatalog ist das Werk als komponierte Landschaft unter dem französischen Titel „Paysage composé, le voyageur“ verzeichnet. Die Szene wird als Stadttor mit einem Reisenden, Ruinen und einem Wasserbecken beschrieben. Auch die frühere Geschichte des Bildes ist dokumentiert: 1776 ging es durch die Hände eines Sammlers namens Marin de la Haye, gehörte dann Ludwig XVI. und wurde schließlich Eigentum der französischen Krone. Pierre Patel arbeitete gemeinsam mit Simon Vouet und Eustache Le Sueur an der Ausstattung des Cabinet de l’Amour im Hôtel Lambert in Paris. Die Werke aus diesem Kabinett wurden später von Ludwig XVI. erworben und befinden sich heute im Louvre. Den Quellen zufolge waren solche Gemälde als Dekoration gedacht: mit klaren Kompositionen und sanften Pastellfarben. Außerdem heißt es, Pierre Patel sei stark von Claude Lorrain beeinflusst worden.

Pierre Patel war ein französischer Maler des 17. Jahrhunderts, der vor allem für seine Landschaftsbilder bekannt ist. Die Quellen sind sich über sein Geburtsjahr und seinen Geburtsort uneinig: In englischsprachigen Quellen werden 1605 und die Picardie genannt, während die französischen Quellen seine Geburt 1604 in Chauny ansetzen. Einig sind sich alle darin, dass er 1676 in Paris starb. 1633 wurde er in die Zunft von Saint-Germain-des-Prés und 1635 in die Académie de Saint-Luc aufgenommen – damit begann sein beruflicher Weg in der Kunstwelt der Hauptstadt.

Patels Ruf gründete auf seinem Können im Landschaftsfach; der französischen Darstellung zufolge zählte er zu den begabtesten Landschaftsmalern seiner Generation. Er wirkte an bedeutenden Dekorationsaufträgen mit, darunter am „Kabinett der Liebe“ im Hôtel Lambert in Paris, wo er mit Simon Vouet und Eustache Le Sueur zusammenarbeitete. Solche Projekte lassen darauf schließen, dass man diesem Maler bei der anspruchsvollen Innenraumgestaltung seiner Zeit vertraute.

Sein Werk war stark von der klassischen Landschaftstradition Claude Lorrains geprägt. Patel spezialisierte sich auf Ruinengemälde, die in sanften Pastellfarben gehalten und klar sowie leicht erfassbar komponiert waren, denn sie dienten vor allem der Dekoration. Innerhalb dieses einheitlichen Schaffens fand er dennoch Abwechslung. Sein Sohn Pierre-Antoine Patel, 1648 geboren, wurde ebenfalls Maler und später für seine Ruinenszenen gefeiert – so führte er das künstlerische Erbe der Familie fort.

Das Material liefert uns einige konkrete Anhaltspunkte. Das Gemälde entstand 1646 durch Pierre Patel und ist in Öl auf Leinwand ausgeführt. Die dokumentierte Provenienz führt über einen Sammler namens Marin de la Haye, der 1776 erwähnt wird, dann über Ludwig XVI. und schließlich über die französische Krone. Der Katalogtitel lautet „Landschaft mit einem Reisenden“, die Inventarnummer des Museums ist INV 7129. Aus dem Material geht nicht hervor, wer das Bild in Auftrag gab oder wo es erstmals gezeigt wurde – darüber werde ich also nicht spekulieren.

Betrachten Sie zunächst das Format: Die Leinwand ist recht hoch und schmal, etwa 78 mal 38 Einheiten groß. Die Farbpalette ist sanft und pastellfarben; der blaue Himmel spiegelt sich im stillen Wasser des Beckens, und die fernen Hügel verblassen zum orangegelben Horizont hin. Zwei Figuren – ein Reiter und ein Fußgänger – stehen gemeinsam auf dem grünen Weg, während zwei weitere die Steinstufen zu einem verfallenen Turm rechts hinaufsteigen. Hoch oben in einer Öffnung sind ebenfalls kleine Figuren zu sehen. Unten rechts bilden ein abgebrochener Baumstamm und verstreute Trümmer einen rauen, verwitterten Ruhepunkt für den Blick. Die Maloberfläche wird als glatt und fein ausgearbeitet beschrieben; eine sichtbare Signatur oder Inschrift gibt es nicht.

Ja, sein Sohn und Schüler Pierre-Antoine Patel wurde ein angesehener Ruinenmaler.

Im Museum vor einem Werk: einfach fotografieren und seine Geschichte hören.

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