Paris › Louvre

Panathenäische Amphore Bild: unknown

Panathenäische Amphore

Wenn Sie vor diesem Tongefäß stehen, fällt Ihnen zuerst die dunkle, glänzende Gestalt einer Frau ins Auge, die nach rechts schreitet. Ihr Speer weist schräg nach hinten, und an ihrer linken Seite hält sie einen runden Schild. Sie ist mit schwarzem Tonschlicker auf hellem Grund gemalt – in der klassischen schwarzfigurigen Technik. Der Künstler hat feine Linien in ihr Gewand geritzt, sodass die Falten wie eingeschnittene Seile ins Auge fallen.

Achten Sie auf die Details, die der Maler hell gelassen hat. Gesicht, Arme und Füße sind in der Farbe des unbemalten Tons ausgespart und leuchten so vor dem Schwarz ihres Gewands. Über ihrem Kopf erhebt sich ein Helm mit Helmbusch. Neben ihr stehen zwei kleine Gestalten auf hohen, schlanken Säulen; senkrechte Inschriften ziehen sich zu beiden Seiten von ihnen nach unten.

Zunächst malte der Künstler die ganze Gestalt mit dunklem Tonschlicker. Dann ritzte er mit einem Werkzeug die Details hinein und ließ so den rötlich-hellen Ton in Linien und Bändern hervortreten. Dieses Verfahren war langsam und anspruchsvoll und verlangte Präzision: Ein einziger Ausrutscher mit dem Griffel konnte ein Gesicht oder eine Falte ruinieren. Das Material verrät uns die Technik und die Epoche, aber nicht den Namen des Malers, die genaue Form des Gefäßes oder den besonderen Anlass, zu dessen Ehren es geschaffen wurde.

Im Museum vor einem Werk: einfach fotografieren und seine Geschichte hören.

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